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Stell Dir vor,

wir sind viele, die etwas fairÄndern wollen

Schaut man sich die Grundintentionen und Errungenschaften der Bio-Pioniere an, so kann man vor so viel Weitsicht, Mut und Rückgrat nur demütig den Kopf senken und nicken. Gerade zu jener Zeit, als so vieles im Argen war und das Verständnis für den Schutz der Mitwelt oder gar das Bewusstsein hier etwas an unserem Verhalten ändern zu müssen, in der Allgemeinheit noch viel weniger vorhanden war. Doch schon damals gab es sie. Nicht nur die mutigen BIO-Pioniere. Man denke nur an Rachel Carlsons „der stumme Frühling“ (erschienen bereits 1962), die Ansprachen des Dalai Lama oder auch die „Gretader 90er“ alias  Servern Cullis-Suzuki aus Kanada und all die Jugendlichen, die bereits 1992 beider UN Klimakonferenz den Politikern ins Gewissen redeten und auf die Zerstörung aufmerksam machten (https://www.youtube.com/watch?v=wNSV4zMquCk) … Schaut man so lange zurück, fragt man sich schon zurecht, warum es so lange gedauert hat, bis wir endlich GEIMEINSAM für den Mitwelt- & Klimaschutz auf die Straße gehen und man fragt sich auch, woher die einstigen Bio-Pioniere so viel Kraft und einen solch langen Atem genommen haben, in all der Zeit, trotz all dem „Gegenwind“ durchzuhalten.

 

Am Anfang...

Eine wunderbare Zusammenfassung dieses langen Weges gerade in der Anfangszeit könnt Ihre Euch in dieser Doku über sechs dieser Bio-Pioniere ansehen:  https://www.youtube.com/watch?v=2KQAOLlBZd0&feature=youtu.be

Schaut man sich hingegen die derzeitigen Entwicklungen und manche Bio-Marktakteure heute an, so stellt man fest, dass leider auch hier mittlerweile teils neoliberalistische Wirtschaftsmechanismen mit Fokus auf Umsatzrenditen und Gewinnmaximierung, kurz ökonomische vor ökologisch nachhaltige Handlungsentscheidungen gestellt werden und im „Run“ auf Masse und „Billig-Bio“ die eigentlichen Grundsätze nachhaltiger Agrikultur im Einklang von Natur und Mensch hinten angestellt werden (oder gänzlich runterfallen).

 

Unromantisch ehrlich sein...

Denn Hand auf’s Herz: In der Realität ist derzeit im Bio vieles (noch) nicht „ganz Grün“. Geschweige denn fair. Und schon gar nicht transparent oder gar vorwiegend Regional. Das muss man hier einmal ganz deutlich und unromantisch beim Namen nennen. Ohne dass wir anderen Ländern Boden abgreifen, auch aus „Kostengründen“ oder anderer Interessen, wäre der derzeitige Markt in der jetzigen Form mit all seinem Überfluss gar nicht zu bedienen, auch im Bio-Bereich nicht. Andererseits herrschen im Biobereich aufgrund von Rohstoff Knappheit harte Konkurrenzkämpfe und daher oftmals schweigende Intransparenz.
 

Umso wichtiger, einen Schritt mehr in die richtige Richtung der ursprünglichen Bio-Vision zu gehen. Vor wir aber zu den Beweggründen kommen, warum sich die fairnESSkultur daher auf 100% Ökolandbau ausrichten möchte, schauen wir uns einmal ganz unverblümt die aktuelle Situation am Biomarkt an, auf dem wir vieles sollten… aber noch nicht haben. Denn es geht hier nicht darum, Bio sorglos durch die Rosarote Brille zu predigen, sondern die Herausforderungen zu kennen und damit eben auch, die Chancen, die wir zur Veränderung noch anpacken können, darunter z.B.  in Deutschland
 

  • Auch Bio immer noch zu hohe Import & Re-Importquoten, darunter v.a. Discounter-Bio
  • Kapazitäten (Anbauflächen, Produktionsmengen, etc.)
  • Ausreichende Rohstoffversorgung (Menge / Zuverlässigkeit Produktion/ Herkunft)
  • Transparenz in Herkunft, Lieferketten & „Private-Labelling“
  •  Erschließung Absatzmärkte  (LEH/ HoGastro/ AHV & Verbraucher)
  • Infrastruktur (Distanzen/ Lagerung/ Transportmittel)
  •  Fehlende Strukturen bei Zwischenverarbeitern (z.B. Metzger, Mühlen, Schnitt-Gemüse, etc.)
  •  Saisonalität / Lagerung / Verarbeitungskapazitäten
  • Zu wenige Lehrstühle und Fachstrukturen zur notwendigen Forschungs- und (Aus-) Bildungsarbeit nicht nur im Bildungswesen sondern auch im Wissenstransfer bis auf den Acker
  • IN Bayern wurde das Regierungsziel Bio 2020 nicht geschafft, das Volksbegehren ziemlich ausgehöhlt und ob 30% bis 2030 umgesetzt werden können …?
  • Sorge der Akteure um Preisstabilität bei steigendem Angebot & Nachfrage
  • Mangelnde Zeit (& manchmal auch: Bequemlichkeit)
  • Teils Umstellungsbetriebe (von Konventionell auf Bio) aus monetären Anreizen heraus, statt aus innerer Überzeugung, entsprechend  „wirtschaftlich“ statt nachhaltig fallen dann teils Arbeitsweisen aus
  • Auch in der Biobranche teils starke Konkurrenz statt Kooperation, allen Bemühungen zu mehr „Öko statt Ego“ zum Trotz
  • Immer noch teils mangelnde Sozialstandards und faire Bedingungen für Angestellte & Lohnarbeiter (sowohl im In- aber vor allem auch im Ausland, woher das meiste Bio kommt)

 

Kurz:
Es gibt noch viel Potenzial. Und wenn man das so runter liest, mag man angesichts dieser Themen und unserer unternehmerischen Entscheidung dennoch auf diesen Weg zu setzen, vielleicht erst einmal den Kopf schütteln. Dabei ist es doch ganz logisch: Wenn etwas eine  so positive Grundidee in sich trägt, ein solches Potenzial hat, Ziele und die Richtung zusammenpassen, dann kann man im Grunde gar nicht anders, als zu überlegen, mit welchen Möglichkeiten man einen Beitrag zur gemeinsamen Gestaltung dieses Weges leisten kann.

 

 

Denn was wir uns definitiv nicht mehr leisten können: BILLIGE „Lebensmittel“.
Und damit: Ein weiter wie bisher.

Dieser Irrsinn von „mehr & billiger“ geht nicht nur zu Lasten von Menschen und natürlichen Ressourcen die dafür ausgebeutet werden. Sondern auch zu Lasten unserer eigenen Gesundheit.

Und ebenso wenig können wir uns vor allem Leisten, diese Potenziale in alten Denkmustern jener Strukturen zu verlieren, die die aktuelle Schieflage, in die wir die Erde damit global gebracht haben, erst verursacht haben. Oder gar glauben, dass das „Heilmittel“ in „Lösungen“ dieser Wege liegt.

 

 

OLD WAYS WON’T OPEN NEW DOORS. Sagt man so schön.

Daher wollen wir mit der fairnESSkultur und all den tollen Partnern und Akteuren unseren bestmöglichsten Beitrag leisten, neues, frisches Denken, gemeinsames, achtsames Handeln, gelebte Transparenz und nachhaltiges Wirtschaften zu fordern und zu fördern. Und zwar genau so, wie sie eigentlich in der Grund-Idee des Ökolandbau und neuer Dings auch der Gemeinwohlökonomie oder den Ansätzen des True Cost Accounitng innewohnt, wenngleich vieles noch nicht so wächst und gedeiht, wie es möglich wäre – siehe oben.
Aber wenn wir alle gemeinsam die Rahmenbedingungen sukzessive verändern, kann sich das Potenzial diese Idee nach und nach vollständig entfalten. Und  vor allem: Wenn wir alle als Verbraucher mit unserer bewussten und gezielten Nachfrage zu dieser Veränderung einen Beitrag leisten. Mit jedem Euro den wir ausgeben. Es liegt an uns allen gemeinsam hier die bestmöglichen Bedingungen zu erschaffen – sowohl im Zwischenmenschlichen, im Ökonomischen und natürlich im Ökologischen! Es geht hier nicht um irgendwelche Ideellen „Spinnereien“, die sich „Otto-Normalbürger“ nicht leisten kann. Sondern hier ist ganz klar zu sagen:

 

WIR KÖNNEN UNS KONVENTIONELLE, BILLIGE LEBENSMITTEL NICHT MEHR LEISTEN.

Sie zerstören und vergiften Böden, Gewässer, Luft und Klima setzen Ertragsleistung und Gewinnmaximierung über Gesundheit und zerstören damit nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch unsere Lebensgrundlage und die unserer Kinder und Kindeskinder. Es ist also keine Frage von Ethik oder Moral, sondern einfach, weil wir gar keine andere Wahl haben, wenn wir das Leben in all seiner Fülle, Gesundheit und friedlichen Miteinander erhalten wollen.